Das Wichtigste in Kürze
- ADS-TEC-Chef Thomas Speidel hält Batterien für den Schlüssel der nächsten Phase. Wörtlich: „eine Lösung, die nicht mehr wegzudenken ist".
- Mehr als 3.700 batteriegepufferte Ladepunkte hat das Unternehmen nach eigenen Angaben ausgeliefert, aktiv in Kanada, Amerika und Europa.
- Netzausbau allein reicht nach Speidel nicht aus: Nicht jede lokale Lastspitze lasse sich mit neuen Leitungen lösen.
- Flotten gelten ihm als wichtigster Wachstumstreiber, am Ende zähle die Wirtschaftlichkeit, nicht nur die CO2-Bilanz.
Was sagt Speidel zur nächsten Phase der Ladetechnik?
Batterien werden aus Sicht von Thomas Speidel zum unverzichtbaren Teil. Das sagte der Chef von ADS-TEC Energy im Video-Interview auf der Messe Power2Drive (laut electrive, 14.07.2026). Befragt wurde er von electrive-Chefredakteur Peter Schwierz.
Ein batteriegepufferter Ladepunkt ist für Speidel mehr als eine Ladesäule. Er ist ein Teil der Sektorenkopplung, also der Verknüpfung von Strom, Wärme und Verkehr. Speicher, Ladeleistung, Photovoltaik (Solarstrom) und digitale Steuerung greifen ineinander. Solche Anlagen können Werbung anzeigen. Sie kaufen Strom ein, wenn er an der Strombörse günstig ist. Sie nutzen Solarstrom vom Standort.

Wie viele Ladepunkte hat ADS-TEC Energy schon im Einsatz?
Speidel spricht von etwas mehr als 3.700 ausgelieferten Ladepunkten. Alle haben einen Batterie-Puffer. Aktiv ist das Unternehmen eigenen Angaben zufolge in Kanada, Amerika und Europa (laut electrive).

Warum reicht der Netzausbau nach Speidel nicht?
Speidel erklärt die Logik klar. Netzausbau bleibt zwar nötig. Doch nicht jede lokale Lastspitze lässt sich mit neuen Leitungen lösen. Genau dort setzen die batteriegepufferten Systeme an.
„„Ich kann das Netz nicht überall ausbauen. Es macht keinen Sinn."“
— Thomas Speidel, CEO ADS-TEC Energy, im Video-Interview mit electrive (14.07.2026)
Wo stehen die Anlagen heute schon?
Ladeinfrastruktur entsteht laut Speidel zunehmend dort, wo Fahrzeuge ohnehin stehen. Er nennt die Polizei in Baden-Württemberg. Er nennt Ladepunkte an Penny- und Rewe-Standorten. Die Ladesäule kommt also zum Nutzer. Der E-Mobilist fährt nicht mehr extra zur Säule (laut electrive).
Warum sind Flotten aus Speidels Sicht der Treiber?
Flotten sind für Speidel der Treiber der nächsten Jahre. Sein Argument geht über CO2 hinaus. Selbst ohne Klimabilanz rechne sich der Umstieg wirtschaftlich. Der Elektromotor nutzt Energie sehr gut. Rekuperation, also Energierückgewinnung beim Bremsen, spart Energie. Solarstrom vor Ort wird günstiger. Batteriespeicher ergänzen das. Für Flottenbetreiber zählt am Ende jeder Kilometer (laut electrive).
Welche Firmen fahren schon vollelektrisch?
Speidel nennt konkrete Beispiele aus dem Corporate-Car-Bereich, also Firmenwagen. SAP, Commerzbank und Zeppelin haben ihre Firmenwagen auf vollelektrische Fahrzeuge umgestellt. Auch Hybride gibt es dort nicht mehr. Besonders deutlich sieht er den Trend in der Logistik, vor allem auf der letzten Meile (der letzte Schritt der Lieferkette zum Kunden). Elektrische Sprinter mit 800-Volt-Technik zeigen die Richtung (laut electrive).
Was bedeutet das für gewerbliche Betreiber?
Wer eine Flotte auf Elektro umstellt, stößt am Netzanschluss oft an Grenzen. Die Anschlussleistung reicht nicht für viele Schnelllader auf einmal. Batteriepuffer können diese Grenze verschieben. Sie fangen Lastspitzen ab. Sie laden langsam nach und geben den Strom schnell an die Fahrzeuge ab. So lassen sich mehr Fahrzeuge auf einem kleineren Anschluss versorgen.
Planungstipp für Betriebe
Vor der Elektrifizierung eines Fuhrparks sollten Lastmanagement, also die aktive Steuerung der Ladeleistung, und Netzanschlussleistung zusammen geprüft werden. Ein batteriegepufferter Ladepunkt kann Lastspitzen abfangen. So passen mehr Fahrzeuge auf einen kleineren Anschluss, wenn Steuerung und Tarif passen.

Häufige Fragen
- Was ist ein batteriegepufferter Ladepunkt?
- Ein Ladepunkt mit eingebautem Akku. Der Akku lädt langsam aus dem Netz nach und gibt den Strom schnell an das Auto ab. So reicht ein kleinerer Netzanschluss.
- Warum reicht Netzausbau allein oft nicht?
- Nicht jede lokale Lastspitze lässt sich über neue Leitungen sinnvoll lösen. Speicher vor Ort können diese Spitzen abfangen und die bestehende Infrastruktur entlasten.
- Wo ist ADS-TEC Energy heute aktiv?
- Nach Angaben von CEO Thomas Speidel sind über 3.700 batteriegepufferte Ladepunkte in Kanada, Amerika und Europa im Einsatz.
- Für wen lohnen sich batteriegepufferte Ladepunkte besonders?
- Für Fuhrparks, Speditionen, Logistik und alle Betriebe mit beengtem Netzanschluss oder vielen gleichzeitig ladenden Fahrzeugen.



