Das Wichtigste in Kürze
- i-charging hat für seine Ladelösung e-flow die Eichrecht-Zertifizierung erhalten.
- Benutzereinheit und Dispenser sind räumlich voneinander getrennt.
- Jeder Dispenser kann laut Hersteller bis zu 800 Ampere Ladestrom liefern.
- Die Lösung ist nach Angaben von i-charging vor allem für Lkw, Flotten und Depot gedacht.
- Das System erfüllt nach Unternehmensangaben auch die Anforderungen der EU-AFIR-Verordnung.
Was ist die e-flow-Lösung von i-charging?
i-charging ist ein portugiesischer Hersteller von Ladeinfrastruktur. Das Unternehmen hat für sein Ladesystem e-flow eine Eichrecht-Zertifizierung erhalten, wie electrive.net am 14. Juli 2026 berichtete. Die Besonderheit: Benutzereinheit und Dispenser sind räumlich voneinander getrennt.
Anzeige, Authentifizierung und Bezahlung laufen in der zentralen Benutzereinheit zusammen. Die Dispenser selbst können unabhängig davon an den jeweils passenden Ladepunkten installiert werden. So lässt sich Ladeinfrastruktur flexibler planen, etwa an Standorten mit wenig Platz am Fahrzeug.

Wie funktioniert die Trennung von Benutzereinheit und Dispenser?
Die e-flow-Lösung kombiniert eine zentrale Benutzereinheit mit mehreren Dispensern. Jeder Dispenser kann nach Angaben von i-charging bis zu 800 Ampere Ladestrom liefern. Das ist deutlich mehr als an einer normalen Pkw-Schnellladesäule.
- Benutzereinheit: bündelt Anzeige, Authentifizierung und Bezahlung an einem zentralen Ort.
- Dispenser: liefert die Ladeleistung, kann aber räumlich getrennt aufgestellt werden.
- Eichrechtsrelevante Daten: werden in der Benutzereinheit erfasst und für den Kunden nachvollziehbar dargestellt.
Für welche Einsatzbereiche eignet sich e-flow?
Das Konzept eignet sich nach Angaben des Unternehmens vor allem dort, wo ein direkter Zugang zum Dispenser nur eingeschränkt möglich ist. Laut electrive.net zählen dazu:
- Überkopf-Ladesysteme zum Beispiel für Lkw-Oberkanten
- Portalkonstruktionen auf Logistikflächen
- Ladeinfrastruktur für Flotten und Nutzfahrzeuge in Depots
Die räumliche Trennung gibt Betreibern mehr Freiheit bei der Planung von Ladeparks. Leistungselektronik und Ladepunkte können so aus Platz- oder Sicherheitsgründen getrennt installiert werden.

Was bedeutet die Eichrecht-Zertifizierung für Betreiber?
Das deutsche Mess- und Eichrecht schreibt vor, dass die gelieferte Energiemenge und die daraus entstehenden Kosten präzise erfasst und für den Kunden nachvollziehbar dargestellt werden. Wer in Deutschland abrechnungspflichtige Ladepunkte betreibt, braucht eine entsprechende Zertifizierung.
Gilt nur in Deutschland, aber mit Signalwirkung
Die Eichrecht-Vorgaben gelten laut electrive.net ausschließlich in Deutschland. Sie dienen aber auch in anderen europäischen Märkten als Referenz für transparente und rechtskonforme Ladeabrechnungen. Nach Angaben von i-charging erfüllt e-flow zugleich die Anforderungen der europäischen AFIR-Verordnung.
Wie passt e-flow ins Portfolio von i-charging?
Die e-flow-Zertifizierung ergänzt das Schnellladeportfolio des Herstellers. Erst vor wenigen Wochen hatte das Unternehmen das HPC-System „AiO 500“ mit bis zu 500 kW vorgestellt, das für Autobahnstandorte und Schwerlastverkehr gedacht ist. Daneben gibt es die modulare Split-Unit-Lösung „MAX“ mit bis zu 1,6 MW Leistung.
Mit der nun zertifizierten Trennung von Benutzereinheit und Dispenser erweitert i-charging sein Angebot für Standorte, an denen Leistungselektronik und Ladepunkte räumlich getrennt aufgebaut werden müssen.
Häufige Fragen
- Gilt die Eichrecht-Zertifizierung nur in Deutschland?
- Ja. Laut electrive.net gelten die Vorgaben ausschließlich in Deutschland. Sie dienen aber in anderen europäischen Märkten als Referenz für transparente und rechtskonforme Ladeabrechnungen.
- Was unterscheidet e-flow von einer normalen Ladesäule?
- Bei e-flow sind Benutzereinheit und Dispenser räumlich voneinander getrennt. Anzeige, Authentifizierung und Bezahlung laufen in der Benutzereinheit zusammen. Die Dispenser werden separat an den Ladepunkten installiert.
- Welche Leistung bietet ein einzelner Dispenser?
- Nach Angaben von i-charging kann jeder Dispenser bis zu 800 Ampere Ladestrom liefern. Damit eignet sich das System vor allem für Hochleistungsanwendungen mit Lkw und Flotten.
- Ist e-flow auch für normales Pkw-Laden gedacht?
- Der Hersteller sieht die Lösung laut electrive.net vor allem für Lkw, Flotten und Depot-Anwendungen, etwa bei Überkopf- oder Portalkonstruktionen. Für klassische Pkw-Ladesäulen ist das Konzept eher nachrangig.



